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Landesverband

Abfälle sind nie in genau reproduzierbarer Weise zusammengsetzt. Ihre Chemikalienabfälle sind in Ihrem Wirkungsbereich entstanden, weshalb sie deren Beschaffenheit am besten kennen und beurteilen können sollten. Die hier gegebenen Hinweise sind zwar nach bestem Wissen und Gewissen zusammengetragen, aber es bleibt in Ihrer Verantwortung zu beurteilen, ob diese Hinweise in Ihrem konkreten Fall sinnvoll und gefahrlos anwendbar sind. Bestehende Entsorgungsregelungen, die Sie mit Entsorgungsbetrieben oder Ihrer Schulverwaltung getroffen haben, haben im Konfliktfall vorrang vor den hier gegebenen Hinweisen! Hinweise, Rückmeldungen und Fragen sind willkommen.

Wir stellen Ihnen hier einige Abfallarten exemplarisch vor und wollen damit Wege aufzeichnen, wie Abfälle korrekt entsorgt werden können. Ob es sinnvoll ist, die nachfolgend beschriebene Abfallart an Ihrer Einrichtung zu bewirtschaften, müssen Sie an Hand Ihres Abfallaufkommens selbst entscheiden.

Bitte beachten Sie die Liste von Chemikalien, die an der Schule nicht (mehr) verwendet werden dürfen!

Entsorgung von Aluminiumphosphid

Gemäß der RiSU (III-2.6.1) soll Aluminiumphosphid mit Wasser desaktiviert werden:

Mit Feuchtigkeit entsteht allmählich giftiger Phosphorwasserstoff (Phosphin). Im Abzug mit Wasser vorsichtig umsetzen; evtl. freiwerdende Gase verbrennen. Lösung in den Ausguss geben.

Diese Angaben befremden aus folgendem Grund:

  • Sofern die Substanz noch aktiv ist, entsteht bei Kontakt mit Wasser auf jeden Fall und also nicht nur "evtl." brennbares (und giftiges) Gas.
  • Im Sicherheitsdatenblatt wird ausdrücklich vor dem Versetzen mit Wasser gewarnt und stattdessen die unbehandelte Entsorgung als Einzelchemikalie unter der Abfallschlüsselnummer: "061301" empfohlen.

Unser Rat:

  • Da es sich um ein Pflanzenschutzmittel handelt, prüfen Sie, ob es sich noch als solches sinnvoll einsetzen und verbrauchen lässt.
  • Wenn Sie die Desaktivierung mit Wasser nach der Anleitung der RiSU in Erwägung ziehen, halten Sie den Frontschieber des Abzugs so weit wie möglich geschlossen. Setzen Sie sich auf einen Laborhocker. Ihre Oberarme befinden sich dadurch tiefer, was ein weiteres Schließen des Frontschiebers ermöglicht. Stellen Sie das Reaktionsgefäß möglichst dicht an die Schachtöffnung des Abzugs.
  • Die Entsorgung eines gefüllten Gebindes durch Desaktivierung mit Wasser halten wir für problematisch.