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Landesverband

Abfälle sind nie in genau reproduzierbarer Weise zusammengsetzt. Ihre Chemikalienabfälle sind in Ihrem Wirkungsbereich entstanden, weshalb sie deren Beschaffenheit am besten kennen und beurteilen können sollten. Die hier gegebenen Hinweise sind zwar nach bestem Wissen und Gewissen zusammengetragen, aber es bleibt in Ihrer Verantwortung zu beurteilen, ob diese Hinweise in Ihrem konkreten Fall sinnvoll und gefahrlos anwendbar sind. Bestehende Entsorgungsregelungen, die Sie mit Entsorgungsbetrieben oder Ihrer Schulverwaltung getroffen haben, haben im Konfliktfall vorrang vor den hier gegebenen Hinweisen! Hinweise, Rückmeldungen und Fragen sind willkommen.

Wir stellen Ihnen hier einige Abfallarten exemplarisch vor und wollen damit Wege aufzeichnen, wie Abfälle korrekt entsorgt werden können. Ob es sinnvoll ist, die nachfolgend beschriebene Abfallart an Ihrer Einrichtung zu bewirtschaften, müssen Sie an Hand Ihres Abfallaufkommens selbst entscheiden.

Bitte beachten Sie die Liste von Chemikalien, die an der Schule nicht (mehr) verwendet werden dürfen!

Kategorisierung von chemischen Abfällen

Kategorisierung gemäß RiSU

In der RiSU gibt es für Chemikalienabfälle die folgenden Kategorien:

B1: Flüssige anorganische saure und basische Abfälle

B2: Feste organische Abfälle

B3: Flüssige organische Abfälle

B4: Anorganische Lösungen insbesondere Schwermetallverbindungen

B5: Quecksilber

B6: Feste brandfördernde Abfälle

B7: Schulinterne Vorbehandlung

B8: Schulinterne Entsorgung

B9: Radioaktive Stoffe

Folgen sie den angegebenen Links, um weitere Angaben zu diesen Kategorien zu erhalten.

Kategorisierung gemäß Europäischem Abfallverzeichnis

Gemäß Anlage 2 der "Verordnung über das Europäische Abfallverzeichnis" werden chemische Abfälle in Kategorien eingeteilt, denen Abfallschlüsselnummern zugewiesen werden. Das bedeutet:

Wenn Sie Ihren Abfall einer dieser Kategorien zuordnen können, gibt es für diesen Abfall auch einen Entsorgungsweg!

Selbstverständlich verhält es sich so, dass die oben angegebenen Kategorisierungen der RiSU kompatibel mit dem europäischen Abfallverzeichnis sind. Deshalb ist das folgende für sie nur dann von Bedeutung, wenn Sie einen Abfall entsorgen wollen, der sich nicht einer der RiSU-Kategorien zuordnen lässt.

Wenn Sie die Anlage 2 der genannten Verordnung durchlesen, werden Sie auf unzählige Nummern treffen, von denen die meisten Ihnen nicht im mindesten weiterhelfen. Aber die Nummern sind nach Kapiteln geordnet. Interessant für Sie sind insbesondere folgende Kapitel:

  • 06: Abfälle aus anorganisch-chemischen Prozessen
  • 07: Abfälle aus organisch-chemischen Prozessen
  • 14: Abfälle aus organischen Lösemitteln, Kühlmitteln und Treibgasen (außer Abfälle, die unter Kapitel 07 oder 08 fallen)
  • 14: Verpackungsabfall, Aufsaugmassen, Wischtücher, Filtermaterialien und Schutzkleidung (a. n. g.)

Es ist sicher nicht Ihre Aufgabe, Ihren Abfall einer dieser Kategorien zuzuordnen und wenn Ihre Entsorgungswege eingespielt sind, müssen Sie sich um Abfallschlüsselnummern nicht scheren. Wenn es aber im konkreten Fall Schwierigkeiten gibt, einen Abfall loszuwerden, kann es ja vielleicht helfen, wenn Sie Ihrem Entsorger Vorschläge machen können, unter welcher Abfallschlüsselnummer Ihr Abfall entsorgt werden könnte.

Wenn Sie das Gefahrstoffverwaltungsprogramm DEGINTU nutzen, finden Sie in der integrierten Gefahrstoffdatenbank für die dort hinterlegten Chemikalienabfallarten auch die Abfallschlüsselnummern.

Kategorisierung durch Ihr Entsorgungsunternehmen

Wenn Ihr Entsorger Ihnen Auflagen macht, ihren Abfall in einer bestimmten Weise zu sammeln, so hat dies Vorang!