mnu-bb
Landesverband

Die hier gegebenen Hinweise sind nach bestem Wissen und Gewissen zusammengetragen. Sie sind hoffentlich eine Hilfe, müssen aber dennoch leider ohne Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit bleiben. Sie entbinden insbesondere nicht von der eigenverantwortlicher Recherche und Entscheidung hinsichtlich zu treffender Maßnahmen im Umgang mit Gefahrstoffen. Hinweise, Rückmeldungen und Fragen sind willkommen.

Schutzbrille für Brillenträger

Eine übliche Sehkorrekturbrille taugt nicht als Schutzbrille. Nicht nur die Bügel sind viel zu schmal, um Schutz vor seitlichen Spritzern zu bieten, auch oben liegen Sehkorrekturbrillen nicht eng genug am Kopf an, so dass die Augen auch von oben ungeschützt sind.

Für einen kurzzeitigen Schutz kann man die meisten Schutzbrillen über der eigenen Sehhilfe tragen. Genau dazu sind z.B. Schüler anzuhalten, wenn Sie Brillenträger sind. Eine verstellbare Bügellänge ist Voraussetzung, dass niemandem die Brille von der Nase rutscht, nur weil die Ohren zu dicht bei der Nase stehen. Inzwischen gibt es sogar Schutzbrillen, die direkt als Überbrille ausgelegt sind.

Der so erhaltene Schutz ist nicht zu beanstanden, allerdings ist der Komfort nicht immer gut:

  • Wenn man durch zwei Scheiben hindurchgucken muss, nämlich durch das eigene Brillenglas und durch die Schutzbrillenscheibe, kann es unangenehme Lichtspiegelungen geben.
  • Wenn die Ohren jetzt zwei Brillenbügel auf ein Mal halten müssen kann es sein, dass sie dies allmählich mit unangenehmen Druckbeschwerden quittieren.

Ein Schülerversuch ist meist nicht lang genug, um die Ohren derart zu überlasten. Auch die lästigen Spiegelungen kann man für die paar Minuten wegstecken.

Aber Sie als Lehrkraft experimentieren ja (hoffentlich) immer wieder, weshalb für Sie die genannten Probleme schwerer wiegen. Wenn Sie sich mit einer Überbrille nicht wohl fühlen, können Sie sich auch eine Schutzbrillen mit spezifisch für Ihren Sehfehler angefertigten Korrekturgläsern zulegen. Sie tragen dann also nicht Ihre Korrekturbrille und darüber die Schutzbrille, sondern nur noch die Schutzbrille - und können trotzdem einwandfrei sehen. Die Kosten für eine solche Schutzbrille sind - wie bei Sehkorrekturbrillen auch - abhängig von der Art des Sehfehlers. Bei einer einfachen Sehkorrektur kostet eine solche Brille gerade mal ca. 60,00 €. Das liegt z.T. daran, dass Zusatzeigenschaften wie getönte Gläser oder gar selbsttönende Gläser hier verzichtbar sind.

Namhafte Hersteller solcher Sehkorrekturschutzbrillen sind UVEX (klicken Sie "Produkte") und INFIELD. Beide Firmen vertreiben ihre Produkte über die Fielmann-Filialen Sie sollten also in einer Fielmannfiliale die Musterkoffer von UVEX und INFIELD vorgelegt bekommen, so dass Sie - ganz wie bei einer normalen Brille, die Modelle anprobieren können. Denken Sie daran, dass es dabei nicht (nur) auf Schönheit, sondern auf einen dichten Sitz ankommt. Für die Gläser gibt es verschiedene Materialien. Da es sein kann, aber nicht sein muss, dass das Verkaufspersonal Ahnung vom Augenschutz beim Umgang mit Gefahrstoffen hat, sollten Sie sich vorher selbst sachkundig machen, indem Sie die Verkaufskataloge der genannten Firmen studieren. Sie finden diese auf deren Webseiten. Polycarbonat ist als Material z.B. wenig geeignet, weil es bei Kontakt mit Chemikalien schnell undurchsichtig wird.

Die Aussichten, dass Ihr Arbeitgeber Ihnen die Schutzbrille finanziert, ist ziemlich klein. Zwar trifft es zu, dass der Arbeitgeber für die "persönliche Schutzausrüstung" zu sorgen hat, doch wird er sich mit der oben beschriebenen Überbrille aus der Affäre ziehen und Sie höflich auffordern, die damit verbundenen Nachteile in Kauf zu nehmen.