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Landesverband

Die hier gegebenen Hinweise sind nach bestem Wissen und Gewissen zusammengetragen. Sie sind hoffentlich eine Hilfe, müssen aber dennoch leider ohne Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit bleiben. Sie entbinden insbesondere nicht von der eigenverantwortlicher Recherche und Entscheidung hinsichtlich zu treffender Maßnahmen im Umgang mit Gefahrstoffen. Hinweise, Rückmeldungen und Fragen sind willkommen.

Spritzen und Kanülen

Die Verwendung von Plastikspritzen hat sich auch beim chemischen Experimentieren durchgesetzt. Mit Spritzen kann man

  • Flüssigkeiten abmessen - falls erforderlich und wenn man die entsprechende Arbeitstechnik beherrscht, auch so, dass ein Luftzutritt ausgeschlossen ist (Für den Umgang mit selbstentzündlichen Flüssigkeiten ist die Verwendung von Spritzen deshalb alternativlos) sowie
  • kleine Mengen an Gasen für Versuche bereithalten oder im Versuch erzeugte Gase auffangen.

Die Spritzen/Kanülentechnik leistet einen wesentlichen Beitrag zur auch schultypischen Miniaturisierung von Versuchen.

Plastikspritzen und Kanülen sind bekanntlich medizinische Einwegartikel, weil deren wiederholte Verwendung durch Keimübertragungen zur Verbreitung von Krankheiten führen würde. Beim chemischen Experimentieren gibt es kein Risiko einer Krankheitsübertragung, weshalb die Spritzen auch mehrfach verwendet werden können. Man spült dazu mit einem passenden Lösemittel aus, drückt ein paar Mal Luft durch die Spritze und lässt im zerlegten Zustand ablüften.

Zu problematisieren sind dabei die Kanülen, an denen man sich verletzen kann. Das sog. "Recapping", also das Wiederaufsetzen der Schutzkappe auf die Kanüle ist beim Arbeiten mit biologischem Material wegen der hohen Verletzungs- und der damit verbundenen Infektionsgefahr in aller Regel verboten. Für chemisches Arbeiten gibt es keine Regelungen, weil es hier "nur" das Verletzungsrisiko gibt.

Beste Lösung zum Recappen:

Bohren Sie ein Loch in irgendeinen Klotz (am besten aus Kunststoff) mit einem Durchmesser, dass gerade die Schutzkappe hineinpasst. Stecken Sie die Schutzkappe in das Bohrloch und recappen Sie mit einer Hand, indem Sie die Kanüle in die durch den Klotz gehaltene Schutzkappe stecken.

Zweitbeste Lösung zum Recappen:
Wenn Sie den Klotz (noch) nicht haben, fassen Sie die Schutzkappe wenigstens nicht genau da an, wo sich die Öffnung zum Einführen der Kanüle befindet, sondern ganz am anderen Ende! Es mag sein dass sich das "nicht so sicher anfühlt", weil Sie jetzt das Gefühl haben, mit der Kanüle genauer "zielen" zu müssen. Aber Ihre Finger sind jetzt so weit weg von der Gefahr wie möglich! Führen Sie die Kanüle erst mal nur ein kleines Stück in die Schutzkappe ein und kontrollieren Sie (z.B. durch seitliches Hin- und Herbewegen), ob sie die Öffnung auch richtig getroffen haben. Erst wenn Sie ganz sicher sind, wird die Kanüle bis zum Anschlag in die Schutzhülle eingeschoben.