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Landesverband

Die hier gegebenen Hinweise sind nach bestem Wissen und Gewissen zusammengetragen. Sie sind hoffentlich eine Hilfe, müssen aber dennoch leider ohne Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit bleiben. Sie entbinden insbesondere nicht von der eigenverantwortlicher Recherche und Entscheidung hinsichtlich zu treffender Maßnahmen im Umgang mit Gefahrstoffen. Hinweise, Rückmeldungen und Fragen sind willkommen.

Augenspüleinrichtung

Die Bedingungen, die eine Augenspühleinrichtung (vulgo: Augendusche) erfüllen muss, sind in Kap. I - 3.10 der RiSU benannt:

  • Der Wasserstrahl der senkrecht gehaltenen Augendusche soll 15 bis 20 cm hoch steigen. An jeder Augendusche befindet sich eine Möglichkeit den Wasserdurchsatz entsprechend einzuregulieren. Manchmal ist dazu Werkzeug, z.B. ein Inbusschlüssel erforderlich.
  • Die Wassermenge muss mindestens 6 l pro Minute betragen. Zur Prüfung halten Sie die Dusche über einen Eimer mit Graduierung und lassen z.B. 30 Sekunden Wasser hineinlaufen. Es müssen dann mindestens 3 l Wasser im Eimer sein.

Die monatlich vorgeschriebene Funktionsprüfung dient nicht nur der Prüfung der Funktion, sondern auch dazu, das in der Zuleitung stehende Wasser herauszuspülen, welches nämlich sonst allmählich verkeimt.

Prüfen Sie darüber hinaus auch die äußerliche Beschaffenheit:

  • Hat der Schlauch Knickstellen? Das darf nicht sein! Geknickte Schläuche müssen getauscht werden.
  • Hat der Schlauch eine Stahldrahtummantelung und sind einzelne Drähte gerissen und stehen hervor? An so einem Draht kann man sich übel verletzen. Gelingt es nicht, den Draht so zurückzuschneiden, dass keine Verletzungsgefahr mehr besteht oder sind so viele Drähte beschädigt, dass der Schlauch nicht mehr geschützt ist und sich ausbauchen oder sogar platzen kann, muss ebenfalls der Schlauch getauscht werden.
  • Lässt sich die Augendusche einwandfrei an- und abschalten? Ist die Augendusche äußerlich stark verkalkt, ist das ein Hinweis, dass die Augendusche sich nicht vollkommen abstellen lässt und ständig tropft. Die Dusche muss dann instandgesetzt oder ausgetauscht werden. Entfernen Sie Kalk mit Citronensäurelösung. Anschließend ist sorgfältig mit Wasser nachzuspülen.
  • Ist der Duschkopf hygienisch einwandfrei oder ist er so verdreckt, dass Sie sich damit nicht mal Ihr gesundes Auge spülen würden? Wie ist das dann erst, wenn das Auge verletzt ist? Halten Sie die Duschköpfe hygienisch einwandfrei! Dazu gehört auch ein hygienisch einwandfreier Montageort, also z.B. nicht direkt unter dem Abtropfbrett, wo benutzte Glasgeräte zum Trocknen eingehängt werden. Manche Duschköpfe lassen sich zerlegen, so dass Sie verkalkte Duschköpfe ebenfalls in Citronensäurelösung reinigen können. Nach einer Entkalkung des Duschkopfes müssen Sie den Wasserstrahl erneut prüfen, denn durch die entkalkten Bohrungen des Duschkopfes tritt das Wasser wieder ungehindert mit einem geringeren Druck aus.

Es ist nicht notwendig, jeden Monat einen Komplettcheck zu machen. Aber spülen Sie jeden Monat ein Mal mit Wasser und lassen Sie es ruhig einen Moment lang laufen und kontrollieren Sie, ob die Höhe des Wasserstrahls so ungefähr stimmt. Diese Prüfung müssen Sie dokumentieren. Bei einer Betriebskontrolle wird gern nach solchen Formalien gefragt! Noch besser ist es, wenn Sie daüber hinaus die Augendusche ruhig mal für irgendetwas benutzen. Hilft ihr Wasserstrahl denn nicht z.B. bei der Füllung eines Wassereimers oder bei der Reinigung des Ausgussbeckens? Diese gelegentlichen Nutzungen beugen Fehlfunktionen vor!

In größeren Zeitabständen (z.B. jährlich) machen Sie dann mal einen Komplettcheck und messen z.B. den Wasserdurchsatz oder schauen sich intensiv den Schlauch an, ob er Schäden aufweist. Es ist wie bei einem Auto, wo es große und kleine Inspektionen gibt. Auch die "großen Inspektionen" werden natürlich dokumentiert.