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Landesverband

Die hier gegebenen Hinweise sind nach bestem Wissen und Gewissen zusammengetragen. Sie sind hoffentlich eine Hilfe, müssen aber dennoch leider ohne Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit bleiben. Sie entbinden insbesondere nicht von der eigenverantwortlicher Recherche und Entscheidung hinsichtlich zu treffender Maßnahmen im Umgang mit Gefahrstoffen. Hinweise, Rückmeldungen und Fragen sind willkommen.

Zusammengebaute Apparaturen einspannen

Apparaturen werden an den Schliffen eingespannt.

Falsch eingespannt Richtig eingespannt

Auf dem linken Bild sitzt der Schliff nicht richtig in der Stativklemme. Er kann um den markierten Betrag weiter nach unten rutschen, vor allem, wenn erhitzt wird und der Korkbelag der Klemme dadurch weicher wird. Rechts ist alles korrekt.

Schliffe, die eingespannt werden, muss und sollte man auch nicht zusätzlich mit einer Schliffverbindungsklemme sichern.

Drahtklemme

Die hier verwendete Drahtklammer bewirkt genau wie im Bild oben links, dass der Schliff nicht mehr richtig in der Stativklemme sitzt. Da die Drahtklammer einer Belastung nicht viel Wiederstand entgegensetzen kann, würde die Apparatur, wenn Sie die Chance erhält, nach unten abzusacken, die Drahtklammer einfach nach oben herausdrücken.

Gabelklemme

Eine Gabelklemme hält Schliffe zwar viel kräftiger zusammen. Dennoch sind die Folgen hier noch fataler: Die Stativklemme hat auf dem Schliff nicht mehr genügend Platz! Sie greift den Kolben daher nicht am Schliff, sondern unten an der sich erweiternden Kolbenwand. Dort ist aber die Glasstärke geringer und die Belastung punktuell. Die mögliche Gefahr: Glasbruch!

Senkrechte Schliffverbindungen einer Apparatur brauchen in aller Regel nicht gesichert zu werden, weil die eingesteckten Bauteile durch ihr Eigengewicht die Schliffverbindung dicht halten.

Reaktionsapparatur

Die schwarz eingefärbten Schliffe markieren die Stellen, an denen Stativklemmen gesetzt werden. Die untere Klemme trägt die Apparatur, die obere wird nur ganz leicht angezogen und soll lediglich gegen seitliches Wegkippen sichern. Diese Klemme kann auch etwas tiefer angesetzt werden, z.B. wenn die Stativstange nicht so lang ist. Den Tropftrichter auch noch zu Klammern brächte eine hohe Gefahr, dadurch Verspannungen zu erzeugen. Meist bricht dabei der seitliche Kolbenhals ab.

Destillationsapparatur

Eine Destillationsapparatur wird an den beiden schwarz gekennzeichneten Schliffen tragend geklammert. Da dies meist an zwei getrennten Stativen erfolgt, werden die Schliffe am Kühler durch die Schliffklemmen "a" und "b" gesichert. Die zusätzliche Stativlemme "c" wird nur leicht angezogen und hält die Apparatur bei einem Fraktionswechsel in Position. Das Thermometer wird mit einer Schliffverbindungsklemme gesichert, weil es im Falle eines Siedestoßes sonst leicht herausgeschleudert wird. Ein Einspannen des Thermometers mit einer Stativklemme ergäbe hier eine hohe Bruchgefahr durch Verspannungen.

Vermeiden Sie Verspannungen beim Klammern von Apparaturen. Im Regelfall hält nur eine Klemme die Apparatur, die anderen stützen lediglich locker ab. (Ausnahme: Destillation, s.o.)