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Landesverband

Die hier gegebenen Hinweise sind nach bestem Wissen und Gewissen zusammengetragen. Sie sind hoffentlich eine Hilfe, müssen aber dennoch leider ohne Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit bleiben. Sie entbinden insbesondere nicht von der eigenverantwortlicher Recherche und Entscheidung hinsichtlich zu treffender Maßnahmen im Umgang mit Gefahrstoffen. Hinweise, Rückmeldungen und Fragen sind willkommen.

DGUV-Schriften

Einführung

Seit 2007 firmiert die "Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung" als "Spitzenverband" der bisherigen Unfallversicherer. Zu unterscheiden sind hier Unvallversicherer für den öffentlichen Dienst und für den gewerblichen Bereich. Unfallversicherungsträger für den öffentlichen Dienst (also z.B. auch für Schulen) sind die Unfallkassen, für den Raum Berlin also z.B. die Unfallkasse Berlin und für Brandenburg die Unfallkasse Brandenburg. Für den gewerblichen Bereich sind die Berufsgenossenschaften zuständig, für chemische Betriebe also z.B. die Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie. Unfallkassen und Berufsgenossenschaften haben bislang parallel - aber mit jeweils eigenen Codierungen ein umfangreiches Schriftmaterial herausgegeben. Eine wichtige Tätigkeit des DGUV war es, dieses Material zu vereinheitlichen und mit einheitlichen Codierungen herauszugeben. Dieser Prozess ist immer noch nicht ganz abgeschlossen - und für Unkundige deshalb bisweilen verwirrend. Während Sie im Online-Katalog der DGUV durchgehend aktuelle Codierungen vorfinden kann es sein, dass Sie auf bestellten Broschüren noch alte Codierungen sehen, offensichtlich weil inhaltlich unveränderte Restbestände noch aufgebraucht werden. Wenn Sie unsicher sind, ob eine in Ihrem Besitz befindliche Broschüre nun noch aktuell ist oder nicht: Vergleichen Sie mit der stets aktuellen Online-Version.

Die DGUV-Schriften sind gegliedert in Vorschriften (Unfallverhütungsvorschriften ("UVVen")), deren Einhaltung von den Unfallversicherern auch überwacht wird, ferner Regeln (vergleichbar mit TRGSsen) sowie Informationen und Grundsätzen.

Im gut gegliederten Online-Katalog können Sie rasch für die Schule unerhebliches (z.B. Holz und Metall verarbeitende Betriebe) herausfiltern und finden allerdings für den Bereich "Schule" immer noch etwa 50 Schriften. Auch hier sind die meisten für den Chemieunterricht unerheblich ("Minitrampolin"). Wir stellen ohne Anspruch auf Vollständigkeit hier einige Schriften vor. Weitere Hinweise auf DGUV-Publikationen finden Sie in Kapitel III - 10.5 der RiSU. Mitgliedsbetriebe (=Schulen) können alle Schriften kostenlos bestellen (Schulen also bei der zuständigen Unfallkasse.) Alternativ können alle Schriften auch als pdf-Datei heruntergeladen werden. Geben Sie einfach die Codierung in das Suchfenster ein!

Schulrelevante Schriften

DGUV-Vorschrift 1 "Grundsätze der Prävention"
Es geht um Grundsätzliches, insbesondere um allgemeine Verpflichtungen des Unternehmers (=Schulbehörde) und Beschäftigten (=Lehrkräften). Geregelt ist z.B. die notwendige Anzahl an Ersthelfern.
DGUV-Information 204-030 "Ersthelfer im öffentlichen Dienst"
Die Organisation der Ersten Hilfe an Schulen ist hier geregelt. Zur Sicherstellung einer Ersten-Hilfe-Versorgung der Schüler sollten sich alle Lehrkräfte, insbesondere Sportlehrer und Lehrkräfte der naturwissenschaftlichen Fächer zu Ersthelfern ausbilden und in den vorgesehenen Intervallen regelmäßig fortbilden lassen.
DGUV-Information 204-020 "Verbandbuch"
Insbesondere Erste-Hilfe-Fälle, die Sie "mit Bordmitteln" versorgen können und für die also nach erstem Augenschein keine ärtzliche Behandlung notwendig erscheint, müssen im Verbandbuch dokumentiert werden. Sie müssen hier bitte im Interesse der Unfallkasse an der Beweisführung mitwirken, dass z.B. die durch Glasbruch erlittene Schnittverletzung tatsächlich ein Schulunfall war. Wird nämlich im Nachgang doch eine ärtzliche Behandlung notwendig, z.B. weil der Schnitt sich entzündet, verlangt die Unfallkasse in der Regel den Nachweis, dass es sich tatsächlich um einen Schulunfall und nicht etwa um ein privat erlittenes Missgeschick gehandelt hat, für das nicht die Unfall- sondern die Krankenkasse des Unfallopfers zuständig wäre. Sie müssen also so ein Verbandbuch in Ihrem Zuständigkeitsbereich haben!

Es gibt leider auch Schriften, die zwar immer noch angeboten werden, aber längst veraltet und - anderswo - durch neue Versionen ersetzt worden sind. Insbesondere sind das:

DGUV-Regel 113-018 "Unterricht in Schulen mit gefährlichen Stoffen" (Vormals GUV-SR 2003)
Ist aufgegangen als aktualisierter Text in der Richtlinie zur Sicherheit im Unterricht (RiSU)
DGUV-Regel 113-019 "Stoffliste zur Regel Unterricht in Schulen mit gefährlichen Stoffen" (Vormals GUV-SR 2004)
Wird in aktualisierter Form als DGUV Information 213-098 von der BG-RCI angeboten.