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Landesverband

Abfälle sind nie in genau reproduzierbarer Weise zusammengsetzt. Ihre Chemikalienabfälle sind in Ihrem Wirkungsbereich entstanden, weshalb sie deren Beschaffenheit am besten kennen und beurteilen können sollten. Die hier gegebenen Hinweise sind zwar nach bestem Wissen und Gewissen zusammengetragen, aber es bleibt in Ihrer Verantwortung zu beurteilen, ob diese Hinweise in Ihrem konkreten Fall sinnvoll und gefahrlos anwendbar sind. Bestehende Entsorgungsregelungen, die Sie mit Entsorgungsbetrieben oder Ihrer Schulverwaltung getroffen haben, haben im Konfliktfall vorrang vor den hier gegebenen Hinweisen! Hinweise, Rückmeldungen und Fragen sind willkommen.

Wir stellen Ihnen hier einige Abfallarten exemplarisch vor und wollen damit Wege aufzeichnen, wie Abfälle korrekt entsorgt werden können. Ob es sinnvoll ist, die nachfolgend beschriebene Abfallart an Ihrer Einrichtung zu bewirtschaften, müssen Sie an Hand Ihres Abfallaufkommens selbst entscheiden.

Bitte beachten Sie die Liste von Chemikalien, die an der Schule nicht (mehr) verwendet werden dürfen!

Abfälle, die schulintern vorbehandelt werden sollen

Nach dem Kategorisierungssystem der RiSU handelt es sich um die Abfallkategorie "B7". Die Vorbehandlung dient der Desaktivierung und damit der Verhinderung gefährlicher Reaktionen.

Organische Säuren und Basen

Diese sind gemäß RiSU (III 2.6.1) mit anorganischen Säuren/Basen zu neutralisieren. Es heißt dort etwas lapidar, dass die Zugabe des Neutralisationsmittels (Bei Säuren z.B. Natriumhydroxid) "vorsichtig" zu erfolgen hat. Im Prinzip bedeutet dies, dass es heftige Reaktionen geben kann, wenn Sie dabei unsachgemäß vorgehen. Wenn Sie unsicher sind: Tasten Sie sich langsam, also mit kleinen Mengen und langsamer Zugabe an die Reaktion heran. Achten Sie auf Wärmetönungen! Brechen Sie nichts über's Knie!

  • Tipp: Nutzen Sie die Chance, dass sich Abfälle auch gegenseitig neutralisieren können. Wenn Sie z.B. Natrium in Ethanol aufgelöst haben, ist die erhaltene basische Alkoholatlösung vorzüglich geeignet, organische Säuren zu neutralisieren. Praktisch würde dies bedeuten, dass Sie derartige Alkoholatlösungen zum Zwecke der späteren Neutralisation zunächst einmal separat sammeln. Auch hier gilt es, bei der Neutralisation mit der gebotenen Umsicht vorzugehen.

Gemäß der RiSU sollen Sie den pH-Wert der zu entsorgenden Mischung prüfen. Sofern Sie dazu ein pH-Papier verwenden, beachten Sie, dass dieses mit Wasser angefeuchtet sein muss, wenn Sie den pH-Wert einer organischen Flüssigkeit messen wollen. Beachten Sie ferner, dass Sie sehr ausgiebig rühren oder gar ausschütteln müssen, wenn der organische Abfall sich nicht mit der wässrige Neutralisationslösung mischt.

Azodiisobuttersäurenitril (AIBN)

Die Substanz wird durch Zugabe von ca. 30 % Wasser phlegmatisiert und als Einzelchemikalie entsorgt.

Pikrinsäure

Nach der RiSU-Stoffliste ist die Verwendung von Pikrinsäure an Schulen nur noch dann zulässig, wenn Sie mit mindestens 30 % Wasser phlegmatisiert ist. In dieser Form kann sie als Einzelchemikalie entsorgt werden.

  • Wenn Sie Pikrinsäure bevorraten, muss der Wassergehalt regelmäßig kontrolliert und erforderlichenfalls ergänzt werden.
  • Achten Sie darauf, dass die Gewindegänge des Vorratsgefäßes nicht mit Pikrinsäure in Kontakt kommen, weil die Substanz dort austrocknen und dann durch die beim Öffnen des Schraubdeckels verursachte Reibung zünden kann! Wenn Sie den Verdacht haben, dass die Gewindegänge mit eingetrockneter Pikrinsäure kontaminiert sind, tauchen Sie das Gefäß längere Zeit liegend unter Wasser, so dass das Wasser in die Gewindegänge eindringen kann!

Diisocyanate

Entsorgen Sie gemäß den Angaben der RiSU (III 2.1.6)