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Landesverband

Abfälle sind nie in genau reproduzierbarer Weise zusammengsetzt. Ihre Chemikalienabfälle sind in Ihrem Wirkungsbereich entstanden, weshalb sie deren Beschaffenheit am besten kennen und beurteilen können sollten. Die hier gegebenen Hinweise sind zwar nach bestem Wissen und Gewissen zusammengetragen, aber es bleibt in Ihrer Verantwortung zu beurteilen, ob diese Hinweise in Ihrem konkreten Fall sinnvoll und gefahrlos anwendbar sind. Bestehende Entsorgungsregelungen, die Sie mit Entsorgungsbetrieben oder Ihrer Schulverwaltung getroffen haben, haben im Konfliktfall vorrang vor den hier gegebenen Hinweisen! Hinweise, Rückmeldungen und Fragen sind willkommen.

Wir stellen Ihnen hier einige Abfallarten exemplarisch vor und wollen damit Wege aufzeichnen, wie Abfälle korrekt entsorgt werden können. Ob es sinnvoll ist, die nachfolgend beschriebene Abfallart an Ihrer Einrichtung zu bewirtschaften, müssen Sie an Hand Ihres Abfallaufkommens selbst entscheiden.

Bitte beachten Sie die Liste von Chemikalien, die an der Schule nicht (mehr) verwendet werden dürfen!

Glasabfall

Es gibt 3 Sorten von Glasabfällen.

1. Sauberes Flaschenglas

Leere Chemikalienflaschen können in den von den kommunalen Entsorgungsbetrieben bereitgestellten Abfallsammelgefäßen entsorgt werden.

Voraussetzungen:

  • Die Flaschen müssen gereinigt sein und dürfen keine gefährlichen Chemikalien mehr enthalten.
  • Vorhandene GHS-Gefahrenpiktogramme müssen entfernt oder wenigstens unkenntlich gemacht werden, z.B. durch Zerkratzen. Am besten ist es, wenn das gesamte Etikett abgezogen wird. Am leichtesten geht das nach längerem Einweichen in Wasser mit einem Glasschaber, wie er zum Reinigen von Cerankochfeldern verwendet wird. Sammeln Sie am besten ein paar alte Flaschen und stellen Sie diese dann zusammen, z.B. über Nacht in ein großes, mit Wasser gefülltes Ausgussbecken.

Nehmen Sie das mit dem Entfernen der GHS-Piktogramme bitte unbedingt ernst! Sind die Piktogramme vorhanden, ist davon auszugehen, dass eine Gefährdung gegeben ist. Es ist nicht so, dass man sich beim Anblick der Piktogramme erst durch Inaugenscheinnahme entscheiden soll, ob man die Warnung ernst nehmen soll oder nicht. Ihre Verantwortlichkeit für Ihren Abfall endet nicht, wenn Ihr Abfall das Schulgelände verlässt! Stellen Sie sich also den Adrenalinschock vor, denn ein Sortierarbeiter erleidet, wenn Ihre alte Benzolflasche mit allen bunten Angaben auf dem Etikett zufällig unversehrt auf dem Sortierband des Altglasrecyclingunternehmens landet! Wenn das Etikett entfernt ist, ist das deutlich besser. Noch besser ist es, wenn gar kein Flaschendeckel aufgeschraubt ist, denn ein fehlender Flaschendeckel signalisiert: Flasche ist leer. Im übrigen sollten Sie intakte Flaschendeckel sowieso nicht unbedacht wegwerfen, sondern sich einen Vorrat an Ersatzflaschendeckeln zulegen.

2. Sauberes Laborglas (auch saubere Porzellangefäße)

Reagenzgläser, Rundkolben, Bechergläser, Pipetten - insbesondere alle Geräte aus hochschmelzenden Gläsern sind nicht recycelbar! Das liegt daran, dass deren Zusammensetzung nicht normiert ist und jeder Hersteller seine eigene Rezeptur hat. Alle Laborgläser gehören also nicht in den Glasabfall sondern in den Hausmüll.

Aber!

Alles was scharfkantig und spitz ist, bzw. so zerbrechen kann, dass es scharfkantige und spitze Bruchstücke gibt, darf nicht einfach in die Hausmüllsammelbehälter gegeben werden, die vom Hausreinigungspersonal geleert werden, weil dieses Personal sich beim Umfüllen an den Scherben leicht verletzten kann. Sie müssen den Glasmüll also gesondert sammeln und ihn selbst in die Hausmülltonne entleeren. Weil beim Entleeren weiteres Glas zerbrechen und Splitterchen durch die Gegend fliegen können, ist beim Entleeren das Tragen einer Schutzbrille unbedingt erforderlich!. Auch das Überfüllen des Sammelgefäßes ist sehr gefährlich: Erhebt sich nämlich über die Eimerkante hinaus ein hübsches Glasabfalltürmchen, kann jede mechanische Beanspruchung (z.B. durch Anheben oder Tragen) zum Zerbrechen von Glasteilen führen, die nicht immer aber oft genug meterweit davonfliegen. Verwenden Sie einen Plastikeimer mit Deckel oder ein anderes verschließbares Gefäß. Gesammelt wird so lange, wie der Deckel sich einwandfrei auflegen, bzw. schließen lässt. Geht das nicht mehr, muss der Weg zur Hausmülltonne angetreten werden. Eine kleine - direkt auf dem Sammelgefäß angebrachte Betriebsanweisung hilft, dass alle das richtig machen.

3. Verunreinigte Gläser

Prüfen Sie, ob es machbar und vernünftig ist, verunreinigte Gläser so zu reinigen, dass sie als saubere Gläser entsorgt werden können.

  • Dies sollte mit vertretbarem Aufwand und vor allem ohne Gefährdung möglich sein. (Z.B. Scherben in ein Reinigungsbad einlegen und durch ein Sieb abgießen.)
  • Der benötigte Ressourceneinsatz sollte ökonomisch und ökologisch vertretbar sein. (Es macht z.B. keinen Sinn, viel organische Lösungsmittel für die Reinigung zu verschwenden.)

Ansonsten ist es bei verunreinigten Gläsern egal, ob sie aus Flaschenglas, aus Laborglas oder aus Porzellan bestehen: Alles kann in einen einzigen Behälter. Im Grunde handelt es sich hier um Betriebsmittelabfall. Da Betriebsmittelabfall aber gern in Beuteln gesammelt wird, zerbrochene Gläser aber scharfkantig sind, ist es hier wieder notwendig, in einem "durchstichfesten" Behältnis zu sammeln. Da der Inhalt aber anschließend nicht in die Hausmülltonne umgefüllt werden kann, kommt ein Eimer hier nicht in Frage, sondern nur ein verschraubbares Sammelgefäß, welches Sie dem Entsorger aushändigen können. Am besten ist eine ausgediente Chemikalienflasche aus Kunststoff.