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Landesverband

Abfälle sind nie in genau reproduzierbarer Weise zusammengsetzt. Ihre Chemikalienabfälle sind in Ihrem Wirkungsbereich entstanden, weshalb sie deren Beschaffenheit am besten kennen und beurteilen können sollten. Die hier gegebenen Hinweise sind zwar nach bestem Wissen und Gewissen zusammengetragen, aber es bleibt in Ihrer Verantwortung zu beurteilen, ob diese Hinweise in Ihrem konkreten Fall sinnvoll und gefahrlos anwendbar sind. Bestehende Entsorgungsregelungen, die Sie mit Entsorgungsbetrieben oder Ihrer Schulverwaltung getroffen haben, haben im Konfliktfall vorrang vor den hier gegebenen Hinweisen! Hinweise, Rückmeldungen und Fragen sind willkommen.

Wir stellen Ihnen hier einige Abfallarten exemplarisch vor und wollen damit Wege aufzeichnen, wie Abfälle korrekt entsorgt werden können. Ob es sinnvoll ist, die nachfolgend beschriebene Abfallart an Ihrer Einrichtung zu bewirtschaften, müssen Sie an Hand Ihres Abfallaufkommens selbst entscheiden.

Bitte beachten Sie die Liste von Chemikalien, die an der Schule nicht (mehr) verwendet werden dürfen!

Organisation der Entsorgung von Chemikalien an Schulen

Konzept

In III - 2.6 der RiSU heißt es:

Die Schulen sind gefordert, in Absprache mit dem Schulträger ein Entsorgungskonzept zu erstellen, das den gesetzlichen Bestimmungen und kommunalen Satzungen entspricht.

Es geht dabei vor allem um eine Kategorisierung der Abfallarten. Die RiSU enthält in der genannten Stelle auch gleich einen Vorschlag für ein solches Konzept, der sich weitgehend durchgesetzt hat. Sollten beauftragte Entsorger darauf bestehen, Abfälle anders zu kategorisieren, so ist dies möglich und hat - ev. in Absprache mit der Schulverwaltung Vorrang.

Organisation

In III - 2.6 der RiSU heißt es:

In der Schule werden Gefahrstoffabfälle, die schulintern nicht beseitigt werden können, für die Abholung und Beseitigung durch einen Entsorgungsberechtigten bereitgestellt. Die Modalitäten werden nach den örtlichen Gegebenheiten festgelegt, i. d. R. durch den Sachkostenträger.

Es gibt im Raum Berlin/Brandenburg keine einheitlichen Entsorgungsstrukturen. Die Dinge sind vielmehr bedauerlicherweise sehr kleinräumig individuell geregelt - und man wird vermuten dürfen, dass dies im Ergebnis dann auch mit einer kleinräumig individuell unterschiedlichen Effizienz erfolgt. In Berlin sind die Bezirksämter für die Modalitäten der Entsorgung zuständig, die das in erschütternder Uneinheitlichkeit regeln. Glücklich sind Schulen in Bezirken, die ihre Sonderabfälle über das Rektorat dem Bezirksamt melden können, welches dann eine Entsorgungsfirma beauftragt. Weniger glücklich sind diejenigen, denen die Entsorgungskosten auf den allgemeinen Etat für Lehr- und Lernmittel angerechnet werden, die also in eine Zwickmühle geraten können, ob sie z.B. am Ende des Haushaltsjahres lieber die dringend benötigten Reagenzgläser kaufen oder lieber die Chemikalienabfälle entsorgen sollen und gänzlich schlecht sind Schulen in Bezirken dran, die die Entsorgung vollkommen selbständig bewergstelligen sollen und also entweder wegen der dann fälligen Kleinaufträge nur zu unverhältnismäßigen Kosten entsorgen können oder eben einen Chemikalienmüllberg anhäufen, weil der sich dann insgesamt betrachtet kostengünstiger entsorgen lässt. Einzelheiten findet man im Fachbrief Biologie, Chemie, Physik Nr. 05.

Es drängt sich der Eindruck auf, dass manche Bezirksämter sich hier einen schlanken Fuß machen. Wie es korrekt ablaufen sollte, kann man bei der Unfallkasse Berlin nachlesen.

Sogar von einem Verzicht auf das Experimentieren ist zuweilen die Rede, weil nicht klar ist, wie mit den Reaktionsabfällen umgegangen werden soll. Dies hinzunehmen wäre ein schwerer Schaden für den Chemieunterricht!

  • Es kann nicht sein, dass Abfälle an der Schule gestapelt oder zum "sich-selbst-verflüchtigen" offen stehengelassen werden.
  • Es kann nicht sein, dass eine unklare Entsorgungssituation die Bereitschaft zum Experimentieren beeinträchtigt.
  • Wer in der Not schulische Chemikalienabfälle im privaten PKW zur nächsten Sondermüllannahmestelle der Stadtreinigungsbetriebe bringt, handelt zwar dahingehend verantwortungsvoll, dass der Abfall so sachgerecht - und im übrigen ja auch kostenfrei - entsorgt wird. Der Transport von Gefahrstoffen in privaten PKWs erfolgt aber immer ohne Auftrag und deshalb immer auf eigenes Risiko und es kann nicht sein, dass eine schulische Entsorgungsproblematik nur durch Privatinitiativen lösbar ist.