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Landesverband

Abfälle sind nie in genau reproduzierbarer Weise zusammengsetzt. Ihre Chemikalienabfälle sind in Ihrem Wirkungsbereich entstanden, weshalb sie deren Beschaffenheit am besten kennen und beurteilen können sollten. Die hier gegebenen Hinweise sind zwar nach bestem Wissen und Gewissen zusammengetragen, aber es bleibt in Ihrer Verantwortung zu beurteilen, ob diese Hinweise in Ihrem konkreten Fall sinnvoll und gefahrlos anwendbar sind. Bestehende Entsorgungsregelungen, die Sie mit Entsorgungsbetrieben oder Ihrer Schulverwaltung getroffen haben, haben im Konfliktfall vorrang vor den hier gegebenen Hinweisen! Hinweise, Rückmeldungen und Fragen sind willkommen.

Wir stellen Ihnen hier einige Abfallarten exemplarisch vor und wollen damit Wege aufzeichnen, wie Abfälle korrekt entsorgt werden können. Ob es sinnvoll ist, die nachfolgend beschriebene Abfallart an Ihrer Einrichtung zu bewirtschaften, müssen Sie an Hand Ihres Abfallaufkommens selbst entscheiden.

Bitte beachten Sie die Liste von Chemikalien, die an der Schule nicht (mehr) verwendet werden dürfen!

Entsorgung von Pikrinsäure

Pikrinsäure ist in trockenem Zustand explosionsfähig. Mit Wasser angefeuchtet ("phlegmatisiert") gibt es keinerlei Explosionsgefahr.

Pikrinsäure ist an den Schulen früher verwendet worden, bis es um 2010 herum zum medialen Aufreger wurde, weil es offenbar manchen Lehrkräften nicht geläufig war, dass Pikrinsäure in trockenem Zusatand sehr explosiv ist, bzw. die sich um die langsam austrocknenden Vorratsflaschen nicht gekümmert haben. In der Folge sind zahllose Spezialkommandos in Schulen aufgekreuzt, um kleine Pikrinsäurefläschchen in Schulgärten zu verbringen und mittels danebengelegter ferngezündeter Granate für immer verschwinden zu lassen.

Gemäß I - 3.5.3 der RiSU darf Pikrinsäure an Schulen nicht mehr aufbewahrt werden.

Trockene Pikrinsäure wird durch Anfeuchten wieder harmlos. Trivial ist das nicht, denn auch in die Gewindegänge des Flaschenverschlusses hineingelangte Pikrinsäure kann austrocknen, weshalb allein das unbedachte Öffnen einer Flasche mit eingetrockneter Pikrinsäure zur Zündung führen kann. Lehrkräfte sind gemäß Fachbrief Nr. 6 der Berliner Senatsverwaltung nicht mehr befugt, trockene Pikrinsäure zu behandeln oder selbst zu entsorgen. Vielmehr ist dazu das Landeskriminalamt zu verständigen.