mnu-bb
Landesverband

Abfälle sind nie in genau reproduzierbarer Weise zusammengsetzt. Ihre Chemikalienabfälle sind in Ihrem Wirkungsbereich entstanden, weshalb sie deren Beschaffenheit am besten kennen und beurteilen können sollten. Die hier gegebenen Hinweise sind zwar nach bestem Wissen und Gewissen zusammengetragen, aber es bleibt in Ihrer Verantwortung zu beurteilen, ob diese Hinweise in Ihrem konkreten Fall sinnvoll und gefahrlos anwendbar sind. Bestehende Entsorgungsregelungen, die Sie mit Entsorgungsbetrieben oder Ihrer Schulverwaltung getroffen haben, haben im Konfliktfall vorrang vor den hier gegebenen Hinweisen! Hinweise, Rückmeldungen und Fragen sind willkommen.

Wir stellen Ihnen hier einige Abfallarten exemplarisch vor und wollen damit Wege aufzeichnen, wie Abfälle korrekt entsorgt werden können. Ob es sinnvoll ist, die nachfolgend beschriebene Abfallart an Ihrer Einrichtung zu bewirtschaften, müssen Sie an Hand Ihres Abfallaufkommens selbst entscheiden.

Bitte beachten Sie die Liste von Chemikalien, die an der Schule nicht (mehr) verwendet werden dürfen!

Entsorgung von Brom

Elementares Brom
Brom ist sehr teuer. Und es ist ein sehr reaktives Reagenz. Es sind nur wenige Chemikalien vorstellbar, die sich mit Brom vermischen, ohne abzureagieren. Insofern lohnt die Überlegung, ob es im konkreten Einzelfall vertretbar und sinnvoll ist, eine abgefüllte, aber dann doch nicht mehr benötigte Menge Brom ausnahmsweise und wider alle Grundregeln in das Vorratsgefäß zurückzugeben. Ist dies eher nicht angezeigt, kann Brom auch durch Eintragen in reduzierende Lösung desaktiviert werden. Dabei entstehen Bromide. Ein geeignetes Reduktionsmittel ist Hydrogensulfitlösung. Hydrogensulfitlösung entsteht z.B. durch Auflösen von Natriumdisulfit in Wasser. Wägen Sie diese Desaktivierung gegen die Möglichkeit ab, das Brom als Bromabfall in einem Einzelgebinde zu sammeln und einem Entsorger zu übergeben. Das Entsorgen von Einzelgebinden ist zwar relativ teuer, aber Sie müssen für die Desaktivierung die Kosten für das eingesetzte Reduktionsmittel gegenrechnen.
Brom in wässriger Lösung (Bromwasser)
Geben Sie unter Rühren Reduktionsmittel (Natriumdisulfit) bis zur Entfärbung hinzu! Die Mischung kann in den laborüblichen Kleinmengen anschließend ins Abwasser gegeben werden. Dies gilt unter dem Vorbehalt, dass die Lösung keine anderen Stoffe enthält, die nicht ins Abwasser gegeben werden dürfen.
Brom in organischem Lösungsmittel
Versetzen Sie unter Rühren mit einem Olefin bis zur Entfärbung. Ein geeignetes Olefin ist z.B. Styrol. Geben Sie die ausreagierte Mischung in den halogenhaltigen organischen Lösemittelabfall.