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Landesverband

Die hier gegebenen Hinweise sind nach bestem Wissen und Gewissen zusammengetragen. Sie sind hoffentlich eine Hilfe, müssen aber dennoch leider ohne Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit bleiben. Sie entbinden insbesondere nicht von der eigenverantwortlicher Recherche und Entscheidung hinsichtlich zu treffender Maßnahmen im Umgang mit Gefahrstoffen. Hinweise, Rückmeldungen und Fragen sind willkommen.

Verbrennung, Verbrühung

Verbrennungen werden in verschiedene Grade eingeteilt. Eine Verbrennung ersten Grads ist z.B. eine Hautrötung, die in der Regel schmerzhaft ist. Gibt es Brandblasen, so handelt es sich um eine Verbrennung zweiten Grades. Je nachdem, wie tief die Hitzeschäden in die Haut eingedrungen sind, heilt die Verletzung entweder vollständig ab (Grad 2a), oder es kommt zur Narbenbildung (Grad 2b). Alle Verbrennungen noch höheren Grades führen zu bleibenden Schäden.

Eine sofortige Kühlung verbrannter Körperpartien ist sinnvoll, um die aufgenommene Hitze abzuführen. Bedeckende Bekleidung dazu vorher nicht entfernen und auch hinterher nur dann, wenn sie auf der Brandwunde nicht festklebt. Lange Zeit galt als Erste-Hilfe-Regel, das Kühlen zur Schmerzlinderung längere Zeit fortzusetzen. Das ist von Ersthelfern wohl oft übertrieben worden, denn Erste-Hilfe-Stellen klagen darüber, dass Brandopfer oft mit gefährlichen Unterkühlungen in die Erste-Hilfe-Stellen eingeliefert werden. Da verbrannte Haut nicht mehr wärmeregulierend ist, ist die Unterkühlungsgefahr besonders hoch, was den Ersthelfern offenbar oft nicht bewusst ist. Deshalb gelten jetzt folgende Regeln:

  • Zur Schmerzstillung werden nur Brandwunden ersten Grades bis zu einer maximalen Größe von 1 % der Körperoberfläche mit Fließwasser gekühlt. Das entspricht ungefähr der Fläche einer Hand. Am Körperstamm wird niemals mit fließendem Wasser gekühlt. Wenn mit fließendem Wasser gekühlt wird, sollte die Temperatur für das Unfallopfer als angenehm empfunden werden. Das ist bei schwach angewärmten Wasser der Fall. Das Unfallopfer sollte sich die angenehme Temperatur am besten selbst an einer Mischbatterie einregeln.
  • Größere Brandwunden oder Brandwunden höheren Grades werden nur verbunden. Auch das Verbinden ist für das Unfallopfer mit einer Schmerzlinderung verbunden, weil die verbrannte Haut bereits auf Luftbewegungen mit Schmerzen reagiert.

Statt mit fließendem Wasser zu kühlen, kann man auch feuchte Tücher auflegen. Da die Unterkühlungsgefahr dabei geringer ist, kann man damit z.B. eine Brandwunde am Körperstamm kühlen.

Eine ärztliche Versorgung von kleinen Brandwunden ersten Grades ist medizinisch nicht unbedingt notwendig. Halten Sie sich hinsichtlich der Frage, ob Sie das Unfallopfer trotzdem zum Notarzt bringen wollen, an die Regeln und Absprachen an Ihrer Einrichtung! Auch kleinere Verbrennungen können für das Unfallopfer sehr schmerzhaft sein und die Opfer erhoffen sich dann Linderung durch einen Arzt. Diesem Wunsch darf man nicht entgegenstehen.

Es ist nicht von vornherein klar, wie sich eine Brandwunde ersten Grades entwickelt. Falls abgewogen wird, ob ein Arztbesuch notwendig ist oder nicht, kann man daher ein wenig (ca. 10 - 15 Minuten) zuwarten. Entstehen innerhalb dieser Zeit Brandblasen oder breitet sich die Rötung über mehr als 1 % der Körperoberfläche aus, ist klar, dass der Arztbesuch notwendig wird.

Brandverletzungen höheren Grades können nässen. Der damit verbundene Flüssigkeitsverlust ist auszugleichen, indem man dem Brandopfer Wasser zu trinken gibt. Sind mehr als 15 % der Haut verbrannt (z.B. beide Arme, ein Bein oder eine Rumpfseite), besteht Lebensgefahr.